„Das Fazit fällt positiv aus“

Seit März 2026 ist Robert Burkhardt Vorstandsvorsitzender des Neuenhagener Tennisclubs. Sechs Monate voller neuer Eindrücke, Herausforderungen und sportlicher Erfolge liegen hinter ihm. Im Interview mit dem „Matchball“ spricht er über seine erste Bilanz, wichtige Zukunftsfragen und darüber, was unseren Verein für ihn so besonders macht.

 

Matchball: Robert, du bist seit sechs Monaten Vorstandsvorsitzender des NTC. Wie fällt deine erste Bilanz aus?Robert Burkhardt: Grundsätzlich positiv. Der Übergang nach der langen und erfolgreichen Amtszeit von Gabi ist offenbar recht ruhig verlaufen. Natürlich gibt es noch viele Dinge, die wir anpacken und verbessern wollen. Aber die ersten sechs Monate waren insgesamt gut – auch wenn ich schnell gemerkt habe, wie vielfältig die Aufgaben im Vorstand sind.

Matchball: Was hat dich in dieser Zeit besonders überrascht?
Robert: Vor allem die vielen kleinen Dinge, die im Vereinsalltag anfallen. Gleichzeitig waren die ersten Monate geprägt von Lernen, Zuhören und vielen Gesprächen. Zum Glück haben wir im Vorstand die Zuständigkeiten gut aufgeteilt. So können wir die Aufgaben gemeinsam angehen. Spannend und anstrengend hatte ich mir das Amt vorgestellt – und genau das ist es auch!

Matchball: Was sind aktuell die größten Herausforderungen für den Vorstand?
Robert: Ganz oben steht unser Hallenboden. Hier geht es um erhebliche Kosten, weil aus unserer Sicht beim Verlegen des Bodens Arbeiten nicht ordnungsgemäß ausgeführt wurden, so dass sich Wellen im Boden gebildet haben. Unser Ziel ist eine außergerichtliche Einigung, die wir finanziell stemmen können. Wir hoffen, den notwendigen Austausch möglichst bald auf den Weg bringen zu können. Aber die Verhandlungen mit der Gegenpartei sind sehr zäh und langwierig.

Matchball: Sportlich war die vergangene Saison sehr erfolgreich. Wie blickst du auf die Entwicklung unserer Mannschaften?
Robert: Sehr positiv. Drei Mannschaften sind aufgestiegen, zwei Teams haben die Meisterklasse gehalten. Das ist ein toller Erfolg und zeigt, wie viel Engagement unsere Spielerinnen und Spieler mitbringen. Wir wollen den Sport wieder stärker in den Mittelpunkt rücken und haben dafür unter anderem die Mannschaftsführenden nach ihren Erfahrungen und Unterstützungsbedarfen gefragt. Als Zeichen der Anerkennung übernehmen wir künftig in der Sommersaison die Ballkosten für aufgestiegene Mannschaften und Meisterklassen-Teams, die ihre Klasse gehalten haben. Das sind kleine Schritte, aber sie zeigen unsere Wertschätzung.  Natürlich müssen wir auch darüber sprechen, wie stark wir unsere ersten Mannschaften künftig fördern wollen. Dabei spielen sportliche Ambitionen und finanzielle Möglichkeiten gleichermaßen eine Rolle. Wir werden nicht alles gleichzeitig verändern können, sondern müssen Schritt für Schritt vorgehen.

Matchball: Welche Rolle spielt die Jugendarbeit für dich?
Robert: Eine enorm wichtige. Gemeinsam mit unseren engagierten Jugendverantwortlichen wollen wir die Nachwuchsarbeit weiterentwickeln. Dabei geht es um Trainingszeiten, Fördermöglichkeiten für unterschiedliche Spielstärken und eine bessere Zusammenarbeit unserer Trainer. Auch möchte ich, dass wir den Übergang vom Jugend- in den Erwachsenenbereich verbessern. Junge Spielerinnen und Spieler sollen auch nach ihrer Jugendzeit eine Perspektive in unseren Mannschaften haben. Insgesamt bin ich mit unserer Jugendarbeit sehr zufrieden. Wir haben engagierte Kinder und Jugendliche, auf die wir stolz sein können – und wollen trotzdem noch besser werden.

 

Matchball: Was ist dir aus den vergangenen sechs Monaten besonders in Erinnerung geblieben?
Robert: Ganz klar die Neuenhagen Open. Ich habe das Turnier zum ersten Mal aus der Perspektive des Vorstandsvorsitzenden erlebt und war beeindruckt, wie viel Herzblut schon Monate vorher in die Vorbereitung fließt. Besonders der Finaltag, an dem es in Strömen geregnet hat und trotzdem alle angepackt haben, war ein tolles Erlebnis. Das hat mir gezeigt, wie viele engagierte Mitglieder wir haben. Und auch die gute, familiäre Atmosphäre auf unserer Anlage macht den NTC für mich besonders.

Matchball: Mit rund 430 Mitgliedern ist es nicht immer einfach, alle einzubinden. Wo möchtest du ansetzen?
Robert: Wir müssen an manchen Stellen klarer kommunizieren und Dinge besser erklären. Da sind wir auf einem guten Weg, aber es bleibt eine Aufgabe. Außerdem wünsche ich mir, dass sich noch mehr Mitglieder bei Veranstaltungen und Arbeitseinsätzen beteiligen. Oft verteilt sich die Arbeit auf dieselben Schultern. Wir überlegen deshalb, wie wir mehr Menschen einbinden können. Für die Neuenhagen Open im kommenden Jahr haben wir bereits einige Ideen: Das Turnier soll noch stärker zu einem Mitgliederevent werden, bei dem wir auch abseits des Tennisplatzes zusammenkommen. Natürlich müssen wir schauen, was finanziell machbar ist – aber das Potenzial ist da.

Matchball: Was macht den NTC für dich persönlich besonders?
Robert: Die familiäre Atmosphäre. Als ich vor etwa sechs Jahren das erste Mal ins Clubhaus kam, hat mir das Miteinander sofort gefallen. Wir haben eine schöne Anlage und einen Verein, in dem das vieles gut funktioniert. Das möchte ich bewahren und weiter fördern. Bei rund 430 Mitgliedern gibt es natürlich unterschiedliche Meinungen und Bedürfnisse. Aber mir ist wichtig, dass wir respektvoll miteinander umgehen, gemeinsam unseren Club weiterentwickeln und dabei den Spaß am Tennis und am Vereinsleben nicht verlieren.

Matchball: Was hast du in den ersten sechs Monaten selbst gelernt?
Robert: Dass man viel Geduld braucht. Manchmal wünscht man sich, dass Dinge schneller vorangehen. Aber auch in einem Tennisverein drehen sich die Mühlen nicht immer so schnell, wie man es gerne hätte. Da hilft nur, beharrlich und im Gespräch zu bleiben. Außerdem kenne ich noch längst nicht alle Mitglieder – und wahrscheinlich kennen mich auch noch nicht alle. Deshalb nutze ich jede Gelegenheit, neue Menschen im Verein kennenzulernen. Irgendwann werde ich hoffentlich jeden Namen dem richtigen Gesicht zuordnen können!

Matchball: Was macht dir an deinem neuen Ehrenamt besonders viel Freude?
Robert: Ich hatte ehrlich gesagt nie damit gerechnet, einmal Vorstandsvorsitzender zu werden. Als die Entscheidung anstand, habe ich mich aber ganz bewusst dafür entschieden – auch als persönliche Herausforderung. Ich möchte mich in dieser Rolle weiterentwickeln und gleichzeitig etwas für unseren Verein und seine Mitglieder bewegen. Natürlich ist das neben Vollzeitjob und Familie eine Menge Arbeit. Aber es macht mir Spaß, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam etwas zu gestalten. Ich wünsche mir, dass wir auch in einem Jahr positiv zurückblicken und mit Freude nach vorne schauen können.

Matchball: Lieber Robert, vielen Dank für das Gespräch und für deinen Einsatz für den NTC!

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